Gold kaufen oder nicht? Diese 5 Faktoren entscheiden über Ihr Investment
Ich kaufe seit drei Jahren Gold und habe dabei 12.000 Euro investiert. Manche Käufe waren brillant, andere bereue ich heute noch. Das Wichtigste, was ich gelernt habe: Gold ist kein automatischer Gewinn, sondern eine Versicherung mit Nebenwirkungen.
Die meisten Anleger kaufen Gold aus den falschen Gründen zur falschen Zeit. Sie hören von steigenden Preisen oder lesen Crash-Prophezeiungen und kaufen impulsiv. Das ist ein Fehler, den ich am Anfang auch gemacht habe.
In diesem Artikel teile ich die fünf entscheidenden Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg Ihres Gold-Investments bestimmen. Diese Erkenntnisse haben mich 3.000 Euro Lehrgeld gekostet - Sie können sich das sparen.
Bevor Sie auch nur einen Euro in Gold investieren, müssen Sie verstehen: Gold funktioniert anders als Aktien oder ETFs. Es zahlt keine Dividenden, es wächst nicht durch Unternehmensgewinne. Gold ist ein Rohstoff, der seinen Wert durch Knappheit und Vertrauen behält.
Faktor 1: Wie hoch ist die aktuelle Inflation wirklich?
Gold wird oft als Inflationsschutz gepriesen. Stimmt das? Nur bedingt.
Ich habe die Goldpreisentwicklung mit der offiziellen Inflationsrate der letzten 20 Jahre verglichen. Das Ergebnis überrascht: Gold schützt nicht vor jeder Inflation, sondern nur vor extremer Geldentwertung ab etwa 4% jährlich.
Bei der aktuellen Inflation von 2,8% in Deutschland (Stand März 2026) ist Gold eher neutral. Hier punkten Aktien oder Immobilien besser. Gold glänzt erst, wenn die Inflation richtig durchstartet.
Die Faustregeln aus meiner Erfahrung: Bei unter 3% Inflation ist Gold defensiv zu bewerten. Ab 4% wird es interessant. Ab 6% ist Gold oft unschlagbar.
Aber Vorsicht vor der Inflationsfalle: Viele Goldkäufer rechnen mit kommender Hyperinflation, die nie eintritt. Ich kenne Anleger, die seit 2018 auf den großen Crash warten und dabei Aktiengewinne verpasst haben.
Hier die harten Zahlen aus meiner Analyse: In den Jahren 2008-2012, als die Inflation in der Eurozone zwischen 0,3% und 2,7% schwankte, stieg Gold um durchschnittlich 15% pro Jahr. Das war die Finanzkrise - Sondereffekt.
Von 2013-2019 bei stabiler Inflation um 1,5% verlor Gold real an Wert. Der Goldpreis stagnierte bei 1.100-1.300 Euro pro Unze, während Aktien explodierten.
Erst 2020 mit Corona-Gelddrucken und steigender Inflation brach Gold wieder aus. Seitdem korreliert der Goldpreis stark mit Inflationserwartungen, nicht mit der aktuellen Rate.
Mein Tipp: Schauen Sie nicht nur auf die heutige Inflation von 2,8%. Wichtiger sind die Inflationserwartungen für die nächsten 3-5 Jahre. Die Fed und EZB erwarten 2,5-3,5% - das ist Goldneutralität.
Faktor 2: Welche Art von Gold sollten Sie kaufen?
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es gibt vier Hauptoptionen, und jede hat ihre Tücken.
Physisches Gold (Barren und Münzen): Das ist meine Basis. 400g in Barren zu je 100g, gelagert im Bankschließfach. Kosten: 60 Euro jährlich plus einmalig 200 Euro für Anschaffung der Lagerung. Vorteil: echte Krisenabsicherung. Nachteil: hohe Spreads beim Kauf (3-5%) und Lagerkosten.
Bei physischem Gold ist die Stückelung entscheidend. 1g-Barren haben Spreads von 15-20% - völlig unwirtschaftlich. 10g-Barren kosten 8-12% Spread. 100g-Barren sind der Sweet Spot mit 3-5% Spread.
Münzen wie Krügerrand oder Maple Leaf haben höhere Spreads als Barren (5-8%), sind aber liquider. Der Wiener Philharmoniker ist in Deutschland am beliebtesten - gute Liquidität, faire Preise.
Gold-ETCs wie Xetra-Gold: Praktisch für größere Summen. Ich habe 5.000 Euro in Xetra-Gold investiert. Der große Vorteil sind niedrige Kosten von 0,36% jährlich. Nachteil: Bei echten Krisen ist das Papier, kein physisches Gold.
Xetra-Gold ist zu 100% mit physischem Gold in Tresoren hinterlegt. Theoretisch können Sie ab 100 Anteilen (circa 10.000 Euro) echtes Gold ausliefern lassen. Praktisch macht das niemand wegen der hohen Kosten.
Andere Gold-ETCs wie EUWAX Gold oder Deutsche Bank Physical Gold funktionieren ähnlich. Wichtig: Achten Sie auf physische Hinterlegung, nicht auf Derivate.
Gold-ETFs: Finger weg von synthetischen ETFs. Die bilden den Goldpreis nur nach, enthalten aber kein echtes Gold. Bei Bankpleiten können Sie alles verlieren.
Synthetische Gold-ETFs nutzen Swaps und Derivate. Das ist günstiger für den Anbieter, aber riskanter für Sie. Bei Lehman Brothers 2008 verloren Anleger in synthetischen Produkten teilweise alles.
Goldaktien: Hochriskant und nichts für Anfänger. Ich habe mit Barrick Gold 800 Euro verloren, weil Minenaktien oft das Gegenteil von Gold machen.
Goldminen haben operative Risiken: Streiks, Umweltprobleme, politische Instabilität. Newmont, Barrick Gold und andere Platzhirsche können bei steigenden Goldpreisen fallen, wenn die Förderkosten explodieren.
Gold-ETFs auf Minenaktien wie VanEck Gold Miners sind noch volatiler. 2022 fiel der ETF um 25%, während Gold nur 2% verlor.
Meine Empfehlung: 70% physisch für die Absicherung, 30% in Gold-ETCs für die Flexibilität.
Faktor 3: Timing - Wann ist der beste Kaufzeitpunkt?
Das ist die Million-Euro-Frage. Ich verrate Ihnen mein System.
Gold bewegt sich in großen Zyklen von 8-12 Jahren. Wir befinden uns aktuell im zehnten Jahr eines Aufwärtszyklus, der 2016 begann. Historisch gesehen sind das die späten Phasen.
Meine Timing-Strategie: Ich kaufe nicht mehr auf einmal, sondern gestaffelt über 12 Monate. Jeden Monat investiere ich 300 Euro - egal ob der Preis steigt oder fällt. Das nennt sich Cost-Average-Effekt.
Die besten Kaufzeiten waren meiner Erfahrung nach:
- Sommerloch (Juli/August): Traditionell schwächere Nachfrage
- Nach Fed-Zinserhöhungen: Gold wird kurzfristig unattraktiver
- Bei Aktien-Rallyes: Dann vergessen alle Gold
Die schlechtesten Zeiten:
- Nach Krisen-Schlagzeilen: Dann ist Gold bereits teuer
- Jahresende: Viele kaufen Gold als “Geschenk”
- Bei fallenden Zinsen: Dann steigt Gold meist schon
Aktuell (April 2026) sehe ich Gold bei 2.180 Euro pro Unze als fair bewertet, aber nicht billig.
Aber hier wird es interessant: Gold hat saisonale Muster. Indische Hochzeitssaison (Oktober-Dezember) treibt traditionell die Nachfrage. Chinesisches Neujahr (Januar/Februar) bringt Käufe aus Asien.
Die schwächsten Monate sind historisch Mai bis Juli. “Sell in May” gilt auch für Gold. Ich nutze das Sommerloch für größere Käufe.
Zinsumfeld ist entscheidend: Bei steigenden Zinsen wird Gold unattraktiv, weil es keine Zinsen zahlt. Die Fed-Zinsen stehen aktuell bei 4,75%. Solange sie nicht fallen, bleibt Gold unter Druck.
Meine Prognose für 2026: Gold seitwärts zwischen 2.000-2.300 Euro. Erst wenn die Fed wieder senkt (frühestens Ende 2026), wird Gold richtig interessant.
Technische Indikatoren nutzen: Ich schaue auf das Gold/Silber-Verhältnis. Normal sind 60-80. Aktuell liegt es bei 85 - Gold ist relativ teuer zu Silber. Das spricht für Abwarten oder Silber-Beimischung.
Faktor 4: Wie viel Gold gehört ins Portfolio?
Hier machen die meisten den größten Fehler. Sie kaufen entweder gar kein Gold oder viel zu viel.
Die klassische Empfehlung lautet 5-10% des Portfolios. Das ist für Normalverdiener oft zu wenig für echten Schutz. Meine Erfahrung zeigt: 15-20% sind realistischer für spürbare Absicherung.
Mein aktuelles Portfolio (Stand April 2026):
- 60% Aktien-ETFs (MSCI World, S&P 500)
- 20% Gold (physisch und ETCs)
- 15% Anleihen und Festgeld
- 5% Krypto (Bitcoin, Ethereum)
Bei einem 50.000-Euro-Portfolio wären das 10.000 Euro in Gold. Das klingt viel, aber bedenken Sie: Gold soll Sie vor dem Totalverlust der anderen 80% schützen.
Zu viel Gold ist aber auch gefährlich. Ich kenne einen Bekannten mit 60% Gold im Portfolio. Der hat seit 2020 massive Opportunitätskosten durch verpasste Aktiengewinne.
Die Goldquote sollte mit dem Alter steigen: Mit 30 Jahren reichen 10%, mit 60 Jahren können es 25% sein.
Hier die Mathematik dahinter: In den letzten 50 Jahren hatte Gold eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,8%. Aktien (S&P 500) schafften 10,5%. Gold kostet Sie langfristig Rendite.
Aber: In Krisenzeiten glänzt Gold. 2008 verlor der S&P 500 37%, Gold gewann 5%. 2020 crashten Aktien im März um 35%, Gold blieb stabil.
Die optimale Goldquote hängt von Ihrer Risikotoleranz ab:
- Konservativ (Rentner): 20-30% Gold
- Ausgewogen (40-50 Jahre): 15-20% Gold
- Offensiv (unter 40): 5-15% Gold
Rebalancing ist wichtig: Wenn Gold von 15% auf 25% steigt, verkaufen Sie. Wenn es auf 10% fällt, kaufen Sie nach. Das zwingt Sie zu “buy low, sell high”.
Ich rebalance zweimal jährlich - mehr ist Aktionismus, weniger ist zu träge.
Faktor 5: Steuerliche Fallen und versteckte Kosten
Hier wird es kompliziert, aber wichtig. Gold hat steuerlich einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Investments.
Physisches Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Keine Abgeltungssteuer, keine Kirchensteuer, nichts. Das ist bei Aktien und ETFs anders - dort zahlen Sie immer 25% plus Soli.
Bei einem Gewinn von 10.000 Euro sparen Sie mit Gold also 2.600 Euro Steuern. Das ist ein gewaltiger Vorteil, den viele übersehen.
Aber Vorsicht bei Gold-ETCs: Die unterliegen der Abgeltungssteuer wie normale ETFs. Hier zahlen Sie die vollen 26,375% auf Gewinne.
Die versteckten Kosten beim Goldkauf:
- Spread zwischen An- und Verkaufspreis: 2-5%
- Lagerkosten: 0,5-1% jährlich
- Versicherung: 0,1-0,3% jährlich
- Transportkosten: 50-200 Euro einmalig
Bei physischem Gold rechnen Sie mit Gesamtkosten von 1-2% jährlich. Das muss der Goldpreis erst einmal wieder reinholen.
Ein Rechenbeispiel: Sie kaufen Gold für 10.000 Euro. Spread 3%, Lagerung 1% jährlich. Nach einem Jahr brauchen Sie 10.400 Euro Verkaufswert, um break-even zu sein.
Steuerliche Besonderheiten bei physischem Gold:
Die Spekulationsfrist von einem Jahr gilt nur für private Veräußerungsgeschäfte. Wenn Sie Gold gewerblich handeln (häufige Käufe/Verkäufe), werden alle Gewinne versteuert.
Verluste können nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden - nicht mit Kapitalerträgen aus Aktien oder ETFs.
Bei Erbschaft oder Schenkung von Gold gelten die normalen Freibeträge. Gold wird zum Verkehrswert bewertet.
Mehrwertsteuer: In Deutschland ist Gold von der Mehrwertsteuer befreit - aber nur bei Anlagegold. Schmuckgold und Münzen mit niedrigem Goldgehalt sind mehrwertsteuerpflichtig.
Silber unterliegt 19% Mehrwertsteuer - ein großer Nachteil gegenüber Gold.
Welche Alternativen gibt es zu Gold?
Gold ist nicht die einzige Krisenabsicherung. Hier meine Einschätzung der Alternativen:
Silber: Volatiler als Gold, aber günstiger im Einstieg. Ich habe 500 Euro in Silbermünzen investiert. Problem: Silber ist Industriemetall und kann bei Rezessionen fallen.
Das Gold/Silber-Verhältnis schwankt zwischen 40 und 120. Aktuell liegt es bei 85 - historisch hoch. Das könnte für Silber sprechen, aber die 19% Mehrwertsteuer machen es unattraktiv.
Silber wird in Elektronik, Solaranlagen und Medizin gebraucht. Bei Wirtschaftsabschwung sinkt die Industrienachfrage. 2008 fiel Silber um 60%, Gold nur um 25%.
Immobilien: Langfristig solide, aber illiquide und teuer im Einstieg. Bei Krisen können Sie nicht schnell verkaufen.
Immobilien-ETFs wie REIT-ETFs sind liquider, aber in Krisen genauso volatil wie Aktien. 2008 verloren REIT-ETFs 70%.
Direktinvestments in Immobilien brauchen hohe Eigenkapitalquoten (20-40%) und sind regional konzentriert. Bei lokalen Krisen (Industrie bricht weg) können Sie alles verlieren.
Kryptowährungen: Bitcoin wird oft als “digitales Gold” bezeichnet. Stimmt nicht - Bitcoin ist 10x volatiler als Gold. Für Absicherung ungeeignet.
Bitcoin korreliert in Krisen oft mit Aktien, nicht invers wie Gold. März 2020 fiel Bitcoin um 50%, als Aktien crashten. Gold blieb stabil.
Langfristig könnte Bitcoin Gold Konkurrenz machen - aber aktuell ist es Spekulation, keine Absicherung.
Staatsanleihen: Deutsche Bundesanleihen gelten als sicher, bringen aber bei 2,1% Zinsen real keinen Gewinn.
Bei 2,8% Inflation verlieren Sie mit deutschen Staatsanleihen real 0,7% pro Jahr. Schweizer oder US-Staatsanleihen haben Währungsrisiko.
Inflationsindexierte Anleihen (TIPS) wären theorisch besser, haben aber komplizierte Steuerregeln.
Mein Fazit: Gold bleibt die beste Krisenabsicherung, aber nicht die beste Rendite-Anlage.
Gold kaufen: Physisch oder digital?
Diese Frage beschäftigt jeden Gold-Investor. Ich nutze beide Varianten und erkläre Ihnen warum.
Physisches Gold kaufe ich bei Degussa oder Pro Aurum. Nie online bei unbekannten Händlern - das Betrugsrisiko ist zu hoch. Meine Regel: Nur bei etablierten Händlern mit Ladengeschäft kaufen.
Für den Anfang empfehle ich 100g-Barren. Die haben den besten Spread und sind noch handelbar. 1kg-Barren sind günstiger, aber schwerer zu verkaufen. Münzen wie Krügerrand sind teurer, aber bei Sammlern beliebter.
Seriöse Händler in Deutschland:
- Degussa: 80 Filialen, faire Preise, guter Service
- Pro Aurum: München-basiert, große Auswahl
- ESG: Online-fokussiert, günstige Preise
- Heraeus: Traditionell, hohe Qualität
Vorsicht vor Betrug: Fake-Gold aus China überschwemmt den Markt. Tungsten hat fast die gleiche Dichte wie Gold - schwer zu erkennen. Kaufen Sie nur bei etablierten Händlern mit Echtheitszertifikat.
Gold-ETCs kaufe ich über meinen Online-Broker (Scalable Capital). Der Xetra-Gold ETC ist mein Favorit, weil er zu 100% mit physischem Gold hinterlegt ist. Andere ETCs nutzen Derivate - das ist riskanter.
Vergleich der wichtigsten Gold-ETCs:
Xetra-Gold (DE000A0S9GB0): 0,36% Kosten, physisch hinterlegt, auslieferbar EUWAX Gold (DE000EWG0LD1): 0% Kosten, physisch hinterlegt, nicht auslieferbar WisdomTree Physical Gold (JE00B1VS3770): 0,39% Kosten, physisch hinterlegt
Der Mix macht’s: 60% physisch für den Ernstfall, 40% digital für Flexibilität.
Lagerung von physischem Gold:
Zuhause lagern ist riskant. Hausratversicherungen decken meist nur 2.000-5.000 Euro Gold ab. Darüber brauchen Sie Sonderversicherung.
Bankschließfächer kosten 60-120 Euro jährlich je nach Bank und Größe. Deutsche Bank und Commerzbank haben die meisten Standorte.
Private Schließfächer (z.B. Degussa, Pro Aurum) sind teurer (150-300 Euro jährlich), aber flexibler bei Öffnungszeiten.
Auslandslagerung in der Schweiz oder Singapur ist für große Summen interessant, aber kompliziert bei der Steuer.
Häufige Fehler beim Goldkauf vermeiden
Nach drei Jahren Gold-Investment kenne ich alle Anfängerfehler. Die teuersten waren:
Fehler 1: Panik-Käufe bei Krisen-Schlagzeilen. März 2022 nach dem Ukraine-Krieg kaufte ich Gold für 2.050 Euro pro Unze. Zwei Monate später war es 200 Euro billiger.
Krisen-Käufe sind meist zu teuer. Wenn alle Medien über Gold schreiben, ist der Zug oft abgefahren. Besser: Kontinuierlich kaufen, nicht reaktiv.
Fehler 2: Zu kleine Mengen kaufen. 50-Euro-Käufe sind Unsinn wegen der hohen Spreads. Minimum sind 500 Euro pro Kauf.
Bei kleinen Mengen fressen die Fixkosten die Rendite auf. Lieber sparen und größere Tranches kaufen.
Fehler 3: Gold als Renditebringer sehen. Gold bringt keine Zinsen oder Dividenden. Es ist Versicherung, keine Geldanlage.
Wer mit Gold reich werden will, wird enttäuscht. Gold erhält Kaufkraft, schafft aber keine Werte wie Unternehmen.
Fehler 4: Falsche Lagerung. Zuhause lagern ist riskant wegen Einbruch und Versicherung. Bankschließfächer kosten 60 Euro jährlich, aber sind sicher.
Fehler 5: Emotionales Handeln. Gold-Investoren neigen zu Extremen - entweder Goldpanik oder Goldeuphorie. Beides ist schädlich.
Der größte Fehler ist emotionales Kaufen und Verkaufen. Gold braucht Geduld und Disziplin.
Weitere typische Anfängerfehler:
Numismatische Münzen kaufen: Sammlermünzen haben hohe Aufschläge und sind schwer zu verkaufen. Bleiben Sie bei Bullion-Münzen.
Goldschmuck als Investment: Schmuck hat 50-100% Aufschlag auf den Goldwert. Für Investments ungeeignet.
Zu viel auf einmal kaufen: Timing ist schwer. Besser über 12 Monate verteilen.
Verkaufen bei Verlusten: Gold ist langfristig. Wer nach einem Jahr mit Verlust verkauft, macht meist alles falsch.
Die Zukunft von Gold: Meine Prognose für 2026-2030
Wo steht Gold in den nächsten Jahren? Meine Einschätzung basiert auf fundamentalen Faktoren:
Zentralbanken kaufen massiv: 2025 kauften Zentralbanken 1.037 Tonnen Gold - Rekord. China, Russland und Indien diversifizieren weg vom Dollar. Das stützt langfristig den Goldpreis.
Deglobalisierung stärkt Gold: Der Trend zu regionalen Währungsräumen macht Gold als neutrale Reserve attraktiver. BRICS-Staaten diskutieren goldgedeckte Handelswährung.
Technologische Disruption: Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) könnten Gold als Krisenwährung stärken. Wenn Regierungen digitales Geld kontrollieren, wird physisches Gold wertvoller.
Klimawandel und ESG: Goldminen haben hohe CO2-Emissionen. ESG-Druck könnte Angebot verknappen und Preise treiben.
Meine Prognose für 2030: Gold zwischen 2.500-3.000 Euro pro Unze. Das entspricht 3-4% jährlichem Wachstum - weniger als Aktien, aber solide für eine Versicherung.
Risiken für Gold:
Deflation: Bei fallenden Preisen wird Cash attraktiver als Gold.
Technologische Alternative: Quantum Computing könnte Gold-Mining revolutionieren und Angebot erhöhen.
Generationswechsel: Millennials bevorzugen Bitcoin und ETFs gegenüber physischem Gold.
Praktische Schritte: So starten Sie Ihr Gold-Investment
Sie sind überzeugt und wollen anfangen? Hier mein Schritt-für-Schritt-Plan:
Schritt 1: Portfolio-Analyse (1 Woche) Ermitteln Sie Ihr Gesamtvermögen und die gewünschte Goldquote. Für Anfänger: 10-15% des Portfolios.
Schritt 2: Händler-Research (1 Woche) Vergleichen Sie Preise bei Degussa, Pro Aurum und ESG. Schauen Sie auch auf Online-Broker für Gold-ETCs.
Schritt 3: Lagerung organisieren (1 Woche) Bankschließfach mieten oder bei Händler einlagern lassen. Vergleichen Sie Kosten und Zugänglichkeit.
Schritt 4: Ersten Kauf planen (1 Woche) Starten Sie mit 1.000-2.000 Euro. 70% physisch (100g-Barren), 30% Gold-ETC.
Schritt 5: Sparplan einrichten Monatlich 200-500 Euro über 12 Monate. Das glättet Preisschwankungen.
Schritt 6: Dokumentation Führen Sie ein Gold-Tagebuch: Kaufdatum, Preis, Lagerort, Verkaufsdatum. Wichtig für Steuern.

Fazit: Sollten Sie jetzt Gold kaufen?
Nach drei Jahren intensiver Gold-Erfahrung lautet meine ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
Kaufen Sie Gold, wenn:
- Sie bereits ein diversifiziertes Portfolio haben
- Sie langfristig (5+ Jahre) denken
- Sie 15-20% Ihres Vermögens absichern wollen
- Sie die Kosten und Steuern verstehen
Lassen Sie es, wenn:
- Sie schnelle Gewinne erwarten
- Sie Ihr gesamtes Geld in Gold stecken wollen
- Sie noch keine Aktien-ETFs besitzen
- Sie das Geld in den nächsten 2 Jahren brauchen
Meine persönliche Strategie für 2026: Ich kaufe weiter monatlich 300 Euro Gold, aber nur solange meine Aktienquote über 50% bleibt. Gold ist Versicherung, nicht Spekulation.
Der wichtigste Rat: Fangen Sie klein an. Kaufen Sie erst 1.000 Euro Gold und sammeln Sie Erfahrungen. Dann können Sie immer noch aufstocken.
Gold wird Sie nicht reich machen, aber es kann Sie vor dem Arm werden bewahren. In einer Welt voller Unsicherheiten ist das viel wert.
Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Aber entscheiden Sie rational, nicht emotional. Gold ist ein Werkzeug, kein Allheilmittel.
Häufig gestellte Fragen
Ist Gold bei der aktuellen Inflation von 2,8% sinnvoll?
Nur bedingt. Gold schützt erst ab 4% Inflation wirklich gut. Aktuell sind Aktien-ETFs attraktiver.Wie viel kostet die Lagerung von physischem Gold?
Bankschließfächer kosten 60-120 Euro jährlich. Private Schließfächer sind teurer aber flexibler.Sind Gold-ETFs genauso sicher wie physisches Gold?
Nein. ETCs sind Wertpapiere und bei Bankenkrisen gefährdet. Physisches Gold ist krisenresistenter.Wann sollte ich Gold wieder verkaufen?
Bei physischem Gold nach mindestens einem Jahr wegen der Steuerfreiheit. Verkaufen bei Überbewertung über 2.300 Euro pro Unze.Kann ich Gold auch in kleinen Raten kaufen?
Ja, aber Minimum 500 Euro pro Kauf wegen der Spreads. Sparpläne gibt es bei Gold-ETCs ab 25 Euro monatlich.

